Von Angelika:

Wir, das sind Jürgen und Angelika Peters sowie Mutter Gisela, wohnen seit Juni 2001 im Drachenfelser Ländchen, der "Toskana Deutschlands", am Rande eines Landschaftsschutzgebietes in bäuerlicher Atmosphäre. Mit zu der Partie gehörte noch Bimbo, ein im März 1980 geborener, und am 31. Januar 2009 (also mit fast 29 Jahren) verstorbener Scheckennymphensittich-Hahn. Er war sich seines Daseins als "Graue Eminenz" durchaus bewusst und zeigte sämtlichen Neuankömmlingen erst einmal, wer im Hause Peters das eigentliche Sagen hatte …

 

Im Januar 2000 beschlossen wir, uns noch einmal in das Abenteuer des Hausbauens zu stürzen. Damals lebte auch noch der Vorstand der Familie, Arno sowie unsere fast vierzehn Jahre alte Schäferhündin Alfa.

Nachdem wir die Hündin aus Gesundheitsgründen im August 2000 einschläfern lassen mussten - unser Tierarzt Dr. Rainer Hermann hatte sie bis ins hohe Alter vorbildlich betreut – stand für uns fest, dass es für sie keinen Nachfolger in Form eines Schäferhundes geben würde, weil sie für uns einfach einzigartig war.

Durch Zufall - beim Durchblättern einer Hundezeitschrift - stießen wir auf ein Rasseportrait des Schwarzen Terriers. Für mich, weiblich, 168 cm groß, 58 kg schwer, stand fest: Das wird unser nächster Hund! Mein Mann war sehr skeptisch, wog unsere Hündin zu ihrer besten Zeit schließlich nur 28 kg … ("Kannst Du den überhaupt halten?"). Ich setzte mich durch …

Es wurden diverse Züchter innerhalb Deutschlands besucht - vom Norden bis zum Süden. Die Rasse faszinierte uns. Und dann fiel unsere Wahl auf den Zwinger "vom Don" - eine der ersten Zuchtstätten für Schwarze Terrier in Deutschland - doch auf unseren Bobik mussten wir fast ein Jahr warten. Als es dann endlich soweit war (Familie Rambke prüfte uns auf Herz und Nieren - waren wir doch schließlich seit 25 Jahren "Schäferhundleute"), kam die nächste große Entscheidung für uns - Rüde oder Hündin? Eigentlich hatten wir uns auf eine Hündin geeinigt, doch als wir beim 2. Welpenbesuch plötzlich mit einem frisch getrimmten, acht Monate alten Rüden konfrontiert wurden, kamen erste Zweifel auf … Über den Namen waren wir uns schon lange klar: Ninja sollte sie heißen. Schließlich hatte meine Mutter von diesem Namen für unseren neuen Hund geträumt und mein Mann (unabhängig davon) gemeint, dass zu einer solchen Rasse der Name "Ninja" für eine Hündin mehr als passen würde.

Bei unserem vorletzten Besuch vor Abgabe der Welpen teilten wir Familie Rambke dann mit, dass es doch ein Rüde sein sollte … Rot oder Blau? Das war hier die Frage. Rüde Rot hatte ein süßes Gesicht, rund und diesen typischen "Kindchenblick". Außerdem war er recht kompakt und kräftig. Rüde Blau war eher der "Spargeltarzan" - schlank, kantiger Terrierschädel, temperamentvoll. Die Qual der Wahl. Hatte ich mich doch eigentlich schon für Rüde Rot entschieden … Nun war ich dran: Man überließ mir die Entscheidung: Beide Rüden wurden ins Wohnzimmer verfrachtet und ich musste entscheiden … Rüde Rot war der Zufriedene, Gemütliche, der sich sofort vor meinen Füßen zusammenrollte und einschlief. Rüde Blau tobte durchs Zimmer auf der Suche nach neuem Spielzeug, entdeckte einen Handfeger und anschließend die Gardinen … Meine Entscheidung machte ich mir nicht leicht. Aber dennoch: Sie fiel auf den temperamentvollen und unternehmungslustigen Rüden Blau - eben Bobik-Ninjo (wir haben aus der Not eine Tugend gemacht - "Ninjo" heißt im Spanischen ja schließlich "kleiner Junge" …)

Bis heute ist aus dem zierlichen Welpen ein Kraftpaket von fast 80 cm Höhe und von über 60 kg Gewicht geworden. Man kann ihn streicheln, ohne sich bücken zu müssen – der ideale Hund für "Rückengeschädigte". Auf Ausstellungen ist er fast immer der Mittelpunkt aufgrund seines Charmes und seiner Ausstrahlung. Er ist ein ausgesprochen freundliches, allerdings auch sehr wachsames, kinderliebes Familienmitglied und verträgt sich - wir leben ja schließlich auf dem Lande - mit allem, was da kreucht und fleucht.

Aufgrund seines vorbildlichen Sozialverhaltens hatten wir bisher in fast jedem Jahr für längere Zeit einen Welpen bei uns zu Gast, was aus Bobik kein typisches "Einzelkind" gemacht hat. Es wurde u.a. – neben der Welpenschule – durch die seit 2002 laufende Ausbildung bei unserem Hundetrainer Peter H. Schmoldt – positiv beeinflusst.

Inzwischen hat sich durch unseren "Kleinen" unsere Familie vergrößert.

… und dann war da noch die Sache mit dem Highlight:

Als mir am 21. Juni 2009 auf Bobiks 40. Ausstellung – auf der er sich den Titel „Deutscher Veteranen-Champion KfT“ holte – vom französischen Richter Dr. Patrick Parson gesagt wurde, dass das Richten von Bobik für ihn in seiner richterlichen Laufbahn ein absolutes Highlight gewesen sei, meinte ich scherzhaft zu den umstehenden Zuschauern: Unser nächster Hund wird also Highlight heißen!  

Nun muss ich zugeben, dass wir uns seit geraumer Zeit nach einem Rüdenwelpen aus einer für den deutschen Genpool interessanten Verpaarung umgesehen hatten. Davon wusste jedoch – außer unserer Rassebeauftragten - NIEMAND. Wir hatten uns keinem aus der Familie (außer meiner Mutter, natürlich) und dem Freundeskreis gegenüber von unseren durchaus konkreten Absichten geäußert. Ab März 2009 wurden diese immer intensiver. Und dann kam auch der Zwinger „vom Dubrava“ ins Spiel: Eine freundschaftliche Beziehung zu deren Züchterin, Elena Graf und ihrer Familie, zu der wir seit vielen Jahren Kontakt hatten: 2004 hatten wir z.B. „Lila“, eine Hündin aus der Zucht „vom Dubrava“ für einen längeren Zeitraum bei uns. Ihre Stammhündin Glascha und Bobik sind auf vielen Ausstellungen gemeinsam „aufgetreten“ und wir hatten immer sehr viel Spaß miteinander!

Elena Graf hatte im April eine sehr vielversprechende Verpaarung angekündigt und wir hatten sofort Interesse bekundet. Doch dann kam es anders, als erwartet: Bobik sollte eine Hündin aus dem Ausland decken und wir sagten bei Lena ab, weil wir meinten, einen Rüden nach Bobik behalten zu wollen. Die Hündin ließ sich jedoch nicht von Bobik decken und so meldeten wir uns erneut Anfang Juni bei ihr und fragten vorsichtig nach, ob denn eventuell noch ein Rüde für uns dabei sei. Lenas Worte bei meinem Anruf: „Euch schickt der Himmel – es gibt doch noch so etwas wie Schicksal…“ Am 24. Juni 2009 sahen wir „Semjon“ – so sollte er gerufen werden –  das erste Mal. Es folgte ein weiterer Besuch am 7. Juli  am 10. d.M. holten wir ihn dann endlich ab. Bobik war natürlich von Anbeginn dabei und war nach anfänglicher Skepsis von dem neuen Mitbewohner entzückt – genau wie wir.

 

Am 12. Juli erfolgte dann – u.a. im Beisein von Christine und Norbert Skrinjar – Highlight (Semjon) vom Dubravas Taufe im Kreise unserer vollkommen überraschten und begeisterten Freunde.

Da das Alte Testament „Simon“ ( russische Version „Semjon“)  als einen Stammvater der zwölf Stämme Israels aufzählt, könnte der Namen ein gutes Omen für Semjons erhoffte zukünftige Nachkommenschaft bedeuten. Wir werden sehen! Und eins konnte man bereits damals sagen: Egal, wie sich das Kerlchen entwickeln wird – es wird von nun auf jeder Ausstellung, an der wir teilnehmen, jedenfalls immer EIN Highlight geben!!!